Behandlungsschwerpunkte

Behandlungs­schwerpunkte

Das Wohlbefinden des Menschen wird einerseits durch seine Gefühle und Gedanken, andererseits durch sein Verhalten und die Reaktionen anderer darauf bestimmt.

Psychische Erkrankungen und schädliche Verhaltensmuster verändern das Erleben des Menschen. Sie können zu Schmerz und Leid führen, die die Lebensqualität massiv einschränken.

Ziel der Psychotherapie ist es, seelisches Leiden zu lindern und die Heilung psychischer Erkrankungen zu fördern.

Depressive Erkrankungen sind keine einheitliche Krankheitsgruppe, sondern umfassen verschiedene Formen der Depression. Sie unterscheiden sich im Schweregrad, in der Dauer der Symptomatik und in den Erscheinungsformen.

Die häufigsten Formen sind die vorübergehende depressive Verstimmung und die leichte depressive Störung. Sie sind gekennzeichnet durch gedrückte Stimmung, Traurigkeit, Melancholie, Müdigkeit, Antriebs-, Interessen- oder Freudlosigkeit und ein vermindertes Selbstwertgefühl.

Diese Störungen können durch belastende Lebensereignisse, genetische Faktoren, hormonelle Veränderungen oder andere Ursachen ausgelöst werden und viele Jahre, manchmal lebenslang, andauern.

Depressive Erkrankungen beeinträchtigen das Leben der Betroffenen in vielfältiger Weise. Sie können zu sozialem Rückzug, Arbeitsunfähigkeit, Schlafstörungen, körperlichen Beschwerden oder Suizidgedanken führen.

Ängste und Phobien sind zwei Formen von Angsterkrankungen bzw. Angststörungen, die durch übermäßige und unangemessene Angstreaktionen gekennzeichnet sind.

Es gibt verschiedene Arten von Angststörungen, zum Beispiel die generalisierte Angststörung, Panikstörung, Agoraphobie, soziale Phobie und spezifische Phobien, die Ängste vor Gegenständen oder Lebewesen bezeichnen. Sie können durch verschiedene Faktoren wie genetische Veranlagung, traumatische Erlebnisse, Lernprozesse oder bestimmte Persönlichkeitsmerkmale entstehen oder verstärkt werden.

Die Symptome von Angststörungen können körperlicher, psychischer oder verhaltensbezogener Natur sein. Dazu gehören zum Beispiel Herzrasen, Schweißausbrüche, Atemnot, Zittern, Nervosität, Sorgen, Panikattacken, Vermeidungs- oder Fluchtverhalten.

Die häufigsten Folgen von Ängsten und Phobien sind Beeinträchtigungen der Lebensqualität, sozialer Rückzug, Depressionen oder Suchterkrankungen. Angsterkrankungen können das Leben in vielen Bereichen wie Beruf, Schule, Studium, Familie und Freizeit beeinträchtigen.

Krisen im Leben eines Menschen sind Situationen, die uns aus dem Gleichgewicht bringen und unsere Bewältigungsstrategien überfordern. Sie können durch verschiedene Ereignisse ausgelöst werden, zum Beispiel durch Konflikte im Alltag, Trennungen, Verluste, Trauer, Krankheiten und Veränderungen in Familie, Partnerschaft oder berufliche Neuorientierung. Aber auch andere Krisen wie der Klimawandel, Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen oder Kriege haben erhebliche Auswirkungen auf unsere Psyche.

Am häufigsten sind Krisen, die mit Verlusterfahrungen verbunden sind. Sie können uns in eine tiefe Verzweiflung stürzen, die wir nur schwer überwinden können. Wir fühlen uns enttäuscht, resigniert, orientierungslos, ohnmächtig und hilflos. Wir hadern mit dem Schicksal und sind verbittert.

Die Auswirkungen von Krisen auf die Betroffenen sind individuell verschieden. Sie hängen von der Art und Schwere der Krise, aber auch von der Persönlichkeit und den Ressourcen des Einzelnen ab. Manche Menschen können aus Krisen lernen und an ihnen wachsen. Sie schätzen das Leben mehr, nehmen sich selbst weniger wichtig und finden neue Ziele und Sinn. Andere leiden unter den Folgen der Krise und entwickeln psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder andere Formen einer Belastungsstörungen.

Das Erleben oder auch nur Beobachten eines traumatischen Ereignisses kann schwerwiegende psychische Folgen bis hin zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) haben. Ein traumatisches Ereignis ist mit einem extremen Stresserleben verbunden. Dies kann ein schwerer Unfall, sexueller Missbrauchserfahrungen oder massive Gewalterfahrungen sein. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und erst Monate oder Jahre nach dem Trauma auftreten. Die häufigsten und bekanntesten Symptome sind

Wiedererleben

Betroffene haben immer wieder unwillkürliche und belastende Erinnerungen an das Trauma, die sich wie ein Film vor ihren Augen abspielen (Flashbacks). Sie haben auch Albträume oder Halluzinationen, die mit dem Trauma zusammenhängen.

Vermeidung

Betroffene versuchen, alles zu vermeiden, was sie an das Trauma erinnert, z.B. Menschen, Orte, Dinge oder Situationen. Sie verdrängen oder vergessen teilweise das Geschehene und ziehen sich von anderen Menschen zurück. Sie fühlen sich oft taub oder gleichgültig.

Übererregung

Die Betroffenen sind ständig angespannt, nervös und reizbar. Sie haben Ein- und Durchschlafprobleme und leiden unter Konzentrationsstörungen. Sie sind leicht schreckhaft und reagieren übermäßig auf Geräusche oder Bewegungen. Häufig kommt es zu Wutausbrüchen oder Aggressionen.

Negative Gedanken

Betroffene haben ein geringes Selbstwertgefühl und leiden unter Schuld- oder Schamgefühlen. Sie haben einen pessimistischen Blick in die Zukunft und glauben, dass ihnen immer wieder etwas Schlimmes passieren wird. Häufig sind sie depressiv oder haben Suizidgedanken.

Diese Symptome beeinträchtigen das Leben der Betroffenen stark und führen zu familiären, beruflichen oder sozialen Problemen.

Unbehandelt verstärken sich oft die Symptome und führen zu depressiven Erkrankungen und schweren Angststörungen. Bei anhaltenden oder mehrfachen Traumatisierungen kommt es in der Regel zu deutlichen Persönlichkeitsveränderungen, die bis zur Ausprägung von Persönlichkeitsstörungen gehen können.

Die Betroffenen verspüren immer wieder schwer kontrollierbare Impulse zu Verhaltensweisen, die sie selbst oder andere schädigen. Das Selbstbild und die zwischenmenschlichen Beziehungen werden dadurch nachhaltig und tiefgreifend beschädigt. Die Erkrankung ist mit erheblichem Stress oder einer starken Beeinträchtigung in persönlichen, familiären, sozialen, schulischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen verbunden.

Zu diesen Verhaltensmustern gehören unsichere oder von Minderwertigkeitsgefühlen bestimmte Verhaltensweisen, die die Möglichkeiten der Lebensgestaltung massiv einschränken. Auch grenzenloser Perfektionismus und Selbstausbeutung, die zu Erschöpfung und Frustration führen, gehören dazu. Oder Gleichgültigkeit gegenüber anderen, Störungen im Sozialverhalten oder verletzende Kommunikation, die zu Ablehnung und Ausgrenzung führen. Und übermäßiges Misstrauen, Eifersucht und ausgeprägtes Kontrollverhalten können zu solchen negativen Reaktionen führen. Auch Vermeidungsverhalten kann schädlich sein, z.B. bei der Kindererziehung oder indem man sich viele Freuden des Lebens vorenthält. Schließlich sind auch extreme Stimmungsschwankungen oder aggressives Verhalten zu nennen, die Gift für jede zwischenmenschliche Beziehung sind.

Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem, das die Gesundheit und das Wohlbefinden vieler Menschen beeinträchtigt. Es gibt verschiedene Arten von Schlafstörungen mit unterschiedlichen Ursachen und Symptomen.

Unser Behandlungsschwerpunkt liegt auf nichtorganischen Schlafstörungen, insbesondere Ein- und Durchschlafstörungen sowie Früherwachen. Auch Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus oder das Ausbleiben der Erholungswirkung des Schlafes gehören dazu.

Psychische Ursachen können z.B. Stress, Angst oder Depressionen sein. Symptome sind Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schlafstörungen können das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen, indem sie die Leistungsfähigkeit, die Stimmung und die Gesundheit verschlechtern.

Psychosomatische Erkrankungen, heute eher als somatoforme Störungen oder zukünftig als körperliche Belastungsstörungen bezeichnet, sind Erkrankungen, bei denen seelische Belastungen körperliche Beschwerden verursachen oder verstärken. Die häufigsten Formen psychosomatischer Erkrankungen sind

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden wie Reizdarm oder Verstopfung
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Bluthochdruck, Herzklopfen oder Brustschmerzen
  • Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronische Bronchitis
  • Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Akne

Die Symptome stehen bei psychosomatischen Erkrankungen im Vordergrund und sind für die Betroffenen oft sehr belastend. Sie können die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen und zu sozialem Rückzug, Depressionen oder Angststörungen führen. Die Betroffenen leiden häufig unter dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden oder sich ihre Beschwerden nur einzubilden.

Psychosomatische Erkrankungen wirken sich nicht nur auf die Betroffenen selbst aus, sondern auch auf ihre Angehörigen, Freunde und Kollegen. Sie können zu Konflikten, Unverständnis oder Überforderung führen und die Beziehungen belasten.

Burnout („ausgebrannt sein“, „Zustand völliger Erschöpfung“) wird in der ICD (International Classification of Diseases) nicht als (psychische) Krankheit klassifiziert. Das macht das Burnout-Syndrom für die Betroffenen aber nicht weniger belastend oder problematisch.

Ein Burnout beginnt meist mit eher unauffälligen Frühsymptomen. Im weiteren Verlauf kann Burnout, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, zur völligen Arbeitsunfähigkeit, zu schweren Erkrankungen und zum Suizid führen.

Burnout wird gelegentlich auch als Erschöpfungsdepression oder Stressdepression bezeichnet, da die Symptome sehr ähnlich sind. Die differentialdiagnostische Abgrenzung von Burnout und Depression ist daher von großer Bedeutung.

Burnout entsteht als Folge von chronischem, d.h. sich allmählich steigerndem und andauerndem Stress. Wenn eine Person nicht in der Lage ist, dem Stress genügend entgegenzusetzen, um ihn zu bewältigen (Coping-Strategien), und wenn verstärkende Faktoren in der Persönlichkeit hinzukommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie an Burnout erkrankt.

Typische stressauslösende Faktoren, die zu einem Burnout führen können, sind

  • Überforderung durch Arbeitsüberlastung
  • Veränderungen im Aufgaben- und Verantwortungsbereich
  • wechselnde und unklare Rollen
  • mangelnde Anerkennung und Wertschätzung
  • Konflikte am Arbeitsplatz
  • Mobbing
  • Drohende Kündigung

Säuglinge, Kinder und Jugendliche haben nur wenige Ressourcen und Strategien, um sich selbst – ihren Körper und ihre Seele – zu schützen. Da sie sich noch in der Entwicklung befinden, sind sie besonders anfällig für Schädigungen ihrer Psyche und die Entwicklung psychischer Störungen.

Wenn diese Störungen nicht behandelt werden, führt das zu einer unglücklichen Kindheit und Jugend und häufig zu psychisch kranken Erwachsenen.

Die häufigsten Ursachen für psychische Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter sind belastende oder traumatische Erfahrungen. Dazu gehören zum Beispiel Mobbing im Kindergarten, in der Schule oder während der Ausbildung, das Erleben von Verlust durch Trennung oder Tod der Eltern, Verlusterfahrungen durch Umzug oder Flucht, Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt, Krankheit und Krankenhausaufenthalte, Gewalterfahrungen, körperliche und psychische Vernachlässigung sowie emotionaler und sexueller Missbrauch.

Typische Symptome sind Ängste und Sorgen, Traurigkeit, Wutanfälle und Aggressivität, Rückzug und Verweigerung, Schulabstinenz, plötzliches „Wegtreten“, Schlafstörungen und Alpträume, Schreckhaftigkeit, Essstörungen, Bauchweh, Kopfschmerzen sowie häufige körperliche Erkrankungen.

Nicht selten leiden Partner in einer Paarbeziehung unter wiederkehrenden oder festgefahrenen Konflikten, die sie allein nicht lösen können. Häufig stellen sich dann auch Fragen nach der Zukunft der Beziehung. Typische Themen sind zum Beispiel Eifersucht, Untreue, Lebenskrisen, mangelnde Intimität und sexuelle Unzufriedenheit.

Auch Kinder oder Kinderlosigkeit und die häusliche Pflege von Angehörigen können zu einer Belastungsprobe für die Partnerschaft werden.

Alle Informationen zu unserem speziellen Angebot für Paare finden Sie hier: Paarberatung und Paartherapie